· 

Rezept zum Sprossen ziehen

Sprossen und Keimlinge enthalten viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Sie sind außerdem kalorienarm und enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Sprossen kann man das ganze Jahr über ziehen - dies ist vor allem im Winter hervorragend, wenn die Auswahl an saisonalem Obst und Gemüse klein ist.

 

Während des Keimprozesses kommt es im Keimling zu einer Vielzahl von Stoffwechselaktivitäten. Nährstoffe werden neu gebildet, andere um- oder abgebaut. Der Gehalt verschiedener Vitamine erhöht sich während des Keimvorgangs. Zudem verändert sich durch Ab- und Umbauprozesse die Fett- und Proteinzusammensetzung der Keimlinge. In fettreichen Samen (z.B. Kürbiskerne) steigen dabei die Gehalte an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Aminosäuren an. Komplexe pflanzliche Kohlenhydrate wie zum Beispiel Stärke werden zu einfachen Zuckern umgebaut - dadurch entsteht bei einigen Keimlingen ein süßlicher Geschmack.

Der Gehalt an Mineralien und Spurenelementen ist in Sprossen und Keimlingen relativ hoch, so sind sie reich an Calcium, Phosphor, Magnesium und Eisen. 

 

In der Schale von Hülsenfrüchten und manchen Getreidekörnern befinden sich zum Teil gesundheitsschädliche Substanzen, die durch die Keimung abgebaut oder inaktiviert werden. Eine Ausnahme stellen Kichererbsen dar, hier steigt während der Keimung der Gehalt an Proteaseinhibitoren. Daher sollten Kichererbsenkeimlinge nicht roh verzehrt werden.

Was benötigt man?

 

Man benötigst ein Keimglas. Hierzu kann man auch ein altes Schraubglas (z. B. ein Gurkenglas) abkochen und dieses verwenden oder man kauft sich ein Keimglas. Keimgläser kann man sich ganz einfach im Internet bestellen oder in einem Bioladen kaufen.

Außerdem benötigt man  Samen zum Keimen, frisches Wasser sowie 4 bis 5 Tage Zeit.

 

 

Es gibt viele verschiedene Samen-Sorten die man keimen lassen kann. Sie haben alle ihre eigene Geschmacksnote sowie verschieden große Nährstoffanteile. Zum Anfang sind die Alfafa- und Mungobohnensprossen zu empfehlen. Diese Sorten sind sehr mild und nussig im Geschmack. Es gibt auch scharfe Sprossen, wie z.B. die Radieschensprossen, Rettichsprossen und Rucolasprossen. Vor allem die Brokkolisprossen weisen einen hohen Mineralstoff- und Vitamin-Gehalt auf, sind aber durch den hohen Anteil an Senfölen, eher Geschmackssache. Außerdem gibt es auch Mix-Sorten, indem mehrere verschiedene Sprossen gemischt sind. Diese sind zum Anfang nicht empfehlenswert, da es immer sein kann, dass eine Sorte darin nicht schmeckt.

Tag 1: Los geht´s!

 

Als erstes füllt man in ein sauberes Glas die Samen, sodass der Boden des Glases bedeckt ist. Hierbei sollte man nicht zu viele Samen nehmen, da Sprossen sich nicht so lange halten und damit man keine wegschmeißen muss. Danach füllt man das Glas mit frischem Wasser auf und lässt die Samen 1-8 Stunden, je nach Samenart, einweichen/quellen. Die Quellzeit steht meistens auf der Packung drauf.

 

 

Nachdem man die Samen ausreichend eingeweicht hat, sollte man das Wasser abkippen und abtropfen lassen. Die Sprossen sollten nicht mehr im Wasser liegen, sonst würden diese anfangen zu faulen oder zu schimmeln.

 

Nun lässt man die Sprossen an einem hellen, warmen Ort stehen und keimen. 

Bei der Variante mit dem altem Glas, empfiehlt es sich, ein Stück Stoff (z.B. sauberer Feinstrumpf) mithilfe eines Gummis über das Glas zu spannen. So kann man auch ganz einfach das Wasser abgießen und die Sprossen sind vor Kleintieren geschützt.

Tag 2 - Tag x

 

Heute und die nächsten Tage braucht man die Sprossen nur 2 bis 3 Mal am Tag mit frischem Wasser spülen. Am besten einmal morgens, einmal mittags und einmal abends. Wichtig ist auch hier, dass das Wasser vollständig abtropfen kann.

Erntetag

Hurra!!! Die Sprossen sind jetzt fertig! Die Sprossen kann man nun einfach zu einem Salat geben, auf ein Brot oder andere Gerichte streuen. Entweder isst man die Sprossen jetzt direkt oder innerhalb der nächsten zwei Tage und lagerst sie währenddessen im Kühlschrank. Die knackigen Sprossen sollte man zeitnah genießen so lange sie frisch sind.

Worauf sollte man unbedingt achten?

 

  • Auf die Qualität - Verwende Bio-Samen. 
  • Nicht zu viele Samen pro Zuchtzyklus (1-2 Esslöffel reichen).
  • Die Zimmertemperatur sollte nicht unter 18 °C und nicht über 24 °C liegen.
  • Die Sprossen mehrmals täglich mit Wasser spülen.
  • Sinne nutzen: Riechen die Sprossen modrig? Sehen sie irgendwie komisch aus? Dann sollte man das Projekt „Sprossen ziehen“ lieber von vorn starten, wenn man unsicher bei der Qualität ist.
  • Das Keimglas nach jeder Ernte gründlich reinigen und mit heißem Wasser spülen.
  • Alfafas sollten mindestens 7 Tage keimen, damit der Giftstoff Canavanin, ein natürlicher Fraßschutz des Samens, vollständig abgebaut werden kann

Hinweis: Die Faserwurzeln bilden manchmal einen kleinen weißen Flaum (vor allem bei Radieschen und Rettich) – dies ist also kein Schimmel.

 

Warum eigene Sprossen ziehen, wenn man welche kaufen kann?

 

- um die Plastikverpackung zu meiden, in denen sich gesundheitliche Keime rasant vermehren können

- man weiß was drinnen ist

- die Sprossen sind frischer und länger haltbar

- es ist deutlich günstiger